Ubuntu für Anfänger¶

Linux ist ein quelloffenes Betriebssystem und eine Alternative zu proprietärer Software von Tech-Unternehmen. Linux achtet auf Datenschutz, läuft auf älterer Hardware, bietet hohe Sicherheit, fördert Interoperabilität und lehnt Digital Restrictions Management (DRM) ab. Sehr wahrscheinlich unterstützt auch Euer Rechner Linux. Sagt Lebewohl zu Microsoft, Apple oder Google!
Was ist Ubuntu?¶
Linux gibt es in vielen Varianten, den sogenannten Distributionen oder „Distros“. Ubuntu ist eine davon. Der Begriff stammt aus Afrika und steht für Menschlichkeit, Gemeinschaft, Gleichheit und Individualität. Ubuntu basiert auf Debian und wird von Canonical Ltd., einem Unternehmen mit Sitz im Vereinigten Königreich, entwickelt. Alle sechs Monate erscheint eine neue Version. Alle zwei Jahre gibt es eine Long-Term-Support (LTS) Version. Die aktuelle LTS-Version Ubuntu 24.04 wird bis April 2029 unterstützt. Ubuntu spricht eine breite Nutzerbasis an. Es gibt verschiedene Desktop-Umgebungen wie GNOME, Xfce, LXQt und KDE. NutzerInnen können nach Vorlieben wählen, etwa Ubuntu Mate, Xubuntu, Lubuntu, Kubuntu, elementaryOS, Linux Mint, Pop!_OS oder Zorin OS.
Wie viele Menschen nutzen Linux auf ihrem Rechner?
Was ist die beste Linux-Distro?
| Distro | Beschreibung |
|---|---|
| Distro chooser | Tolle Webseite zur Orientierungshilfe. |
| Debian | Eine der weitverbreiteten Distros, die vollständig quelloffen ist (es besteht die Möglichkeit, proprietäre Elemente hinzuzufügen). Offener und transparenter Umgang mit Sicherheitslücken. Bietet aktive Unterstützung, z.B. in diesem Forum oder im Wiki. |
| Fedora | Innovative, freie und quelloffene Plattform für Hardware, die Cloud und Container. |
| Arch | Ressourcenarme und flexible Linux-Variante, die versucht Dinge einfach zu halten (KISS-Prinzip). Arch Linux verwendet keine grafische Oberfläche zur Installation oder Konfiguration des Betriebssystems. Die Arch-Gemeinschaft bietet aktive Unterstützung an, z.B. in diesem Forum oder im Wiki. |
| Qubes OS | Quelloffenes Betriebssystem, das auf hohe Sicherheit ausgelegt ist. Wird u.a. von Edward Snowden genutzt. |
| Tails | Live-Betriebssystem, das auf fast jedem Computer von einem USB-Stick oder einer DVD aus läuft. Zielt darauf ab, Datenschutz und Anonymität zu gewährleisten oder Zensuren zu umgehen, indem Internetverbindungen über das Tor-Netzwerk erzwungen werden. |
| Knoppix | Bootfähiges Live-Betriebssystem auf CD, DVD oder USB-Stick. |
| Pure OS | Benutzerfreundliches, sicheres und datenschutzfreundliches Betriebssystem für den täglichen Gebrauch. |
| MX Linux | Elegante, konfigurierbare, stabile, leistungsfähige und ressourcenarme Linux-Variante. Die MX-Linux_Gemeinschaft bietet aktive Unterstützung an, z.B. in diesem Forum oder im Wiki. |
| Manjaro | Professionelles Betriebssystem, geeigneter Ersatz für Windows oder macOS. Enthält proprietäre Elemente, wie z.B. Multimedia-Codecs. Die Manjaro-Gemeinschaft bietet aktive Unterstützung an, z.B. in diesem Forum oder im Wiki. |
| Trisquel | Freies Betriebssystem für PrivatnutzerInnen, kleine Unternehmen oder Bildungseinrichtungen. Basiert auf Ubuntu. Frei von proprietärer Software. |
| Gentoo | Hochgradig flexibles, quellbasierte Linux-Distro. |
| Alpine Linux | Sicherheitsorientierte, ressourcenarme Linux-Distro, basiert auf musl libc und busybox. |
| Parrot | Freie und quelloffene Linux-Distro für Sicherheitsexperten, Entwickler und datenschutzbewusste NutzerInnen. |
Kann man Rechner mit vorinstalliertem Linux kaufen?
Ja. Hier eine handverlesene und uneigennützige Liste an Links, zu denen keinerlei geschäftliche Beziehung besteht.
| Shop | Beschreibung |
|---|---|
| Linux Preloaded | Eine sorgfältig zusammengestellte Liste von Linux-Laptop- und Desktop-Anbietern; eine tolle Seite, die Euch bei der Auswahl zu hilft. |
| System76 | Entwirft und verkauft Laptops, Desktop-Rechner und Server mit Pop!_OS oder Ubuntu. |
| Minifree | Linux/BSD vorinstallierte Laptops mit Libreboot BIOS-Ersatz. |
| Slimbook | GNU/Linux-kompatible Desktop-Rechner und Laptops. |
| Nitrokey | Deutsches Unternehmen, das sich auf Open-Source-Sicherheitshardware spezialisiert hat. |
| Purism | Desktop-Rechner und Laptops mit PureOS, einer Debian-basierten Distro. |
| Kubuntu Focus | Kubuntu-Systeme mit vorkonfigurierter Software, Updates und langfristigem Support. |
| Starlabs | Desktop-Rechner und Laptops mit Linux. |
| Think Penguin | GNU/Linux-kompatible Desktop-Rechner und Laptops und technischer Support. |
| Linux Mint | Desktop-Rechner und Laptops mit Linux Mint. |
| Tuxedo Computers | Desktop-Rechner und Laptops, optimiert für Ubuntu-basierte Systeme. |
| Laptop with Linux | Laptops und Mini-PCs mit vorinstalliertem Linux-Betriebssystem. |
| Lenovo | Desktop-Rechner und Laptops mit vorinstalliertem Linux. |
Lass mich Dich kurz unterbrechen....
Was Du als Linux bezeichnest, ist in Wirklichkeit GNU/Linux, oder, wie ich es in letzter Zeit nenne, GNU plus Linux. Linux selbst ist kein Betriebssystem.
Viele Rechner-NutzerInnen verwenden jeden Tag eine modifizierte Version des GNU-Systems, ohne es zu merken. Durch eine seltsame Wendung wird die GNU-Version, die größte Verbreitung findet, oft Linux genannt, und vielen NutzerInnen ist nicht bewusst, dass es grundsätzlich das vom GNU-Projekt entwickelte GNU-System ist. Es gibt wirklich ein Linux, und diese Leute verwenden es, aber es ist nur ein Teil des Systems, das sie nutzen.
Linux ist der Kernel: Das Programm im System, das die Resourcen der Maschine den anderen laufenden Programmen zuweist. Der Kernel ist ein zentraler Teil des Betriebssystems, aber alleine ist er nutzlos; er kann nur im Kontext eines kompletten Betriebssystems funktionieren. Linux wird normalerweise in Kombination mit dem GNU-Betriebssystem verwendet: Das ganze System ist im Wesentlichen GNU, zu dem Linux hinzugefügt wurde, oder GNU/Linux. All die sogenannten Linux-Distributionen sind tatsächlich GNU/Linux-Distributionen!
Schaut bei https://gnu.org vorbei, um mehr über Linux und GNU zu erfahren.
Ubuntu Live USB & VirtualBox¶
Startet Ubuntu von einem USB-Laufwerk oder einer DVD – so könnt Ihr Linux mal ausprobieren, ohne Euer aktuelles Betriebssystem zu verändern. Sollte Ubuntu Euch nicht gefallen, könnt Ihr ganz einfach wieder zu Windows oder macOS zurückkehren.
Schritt-für-Schritt-Anleitung
| Anweisungen | Beschreibung |
|---|---|
| Herunterladen | Ladet die aktuellste Ubuntu Long-Term-Support (LTS)-Version herunter. Zum Zeitpunkt der Abfassung dieses Textes war die letzte Ubuntu-LTS-Version 24.04. Nähere Informationen findet Ihr im aktuellen Veröffentlichungszyklus. |
| Brennen | Verwendet einen Windows, macOS oder Ubuntu Linux Rechner, um die heruntergeladene .iso-Datei auf eine DVD zu brennen. Alternativ könnt Ihr auch einen Windows, macOS oder Ubuntu Rechner verwenden, um ein bootfähiges USB-Laufwerk zu erstellen. |
| Neustarten | Legt die DVD oder das bootfähige USB-Laufwerk in den Rechner ein, auf dem Ihr Ubuntu testen möchtet, und startet den Rechner neu. Die meisten Rechner booten automatisch von der DVD oder dem USB-Laufwerk. Sollte dies nicht der Fall sein, drückt beim Hochfahren Eures Computers wiederholt auf die Tasten F12, ESC, F2 oder F10. Dadurch solltet Ihr Zugang zum Boot-Menü Eures Rechners erhalten, in dem Ihr dann die DVD bzw. das USB-Laufwerk als Boot-Laufwerk auswählen könnt. |
| Ubuntu testen | Wählt nach dem Booten von der DVD oder dem USB-Laufwerk den Eintrag Try or Install Ubuntu und drückt die EINGABE-Taste. Wartet, bis Ubuntu vom bootfähigen Laufwerk lädt, das kann eine Weile dauern. Sobald der Startbildschirm erscheint, wählt den Eintrag Ubuntu ausprobieren. |
Richtet in VirtualBox eine virtuelle Maschine ein, um Ubuntu auszuprobieren, ohne Euer aktuelles Betriebssystem zu verändern. Sollte Ubuntu Euch nicht gefallen, könnt Ihr ganz einfach wieder zu Windows oder macOS zurückkehren.
Schritt-für-Schritt-Anleitung
VirtualBox installieren¶
Stellt erst einmal sicher, dass Euer Rechner die Mindestanforderungen erfüllt: 2 GHz Dual-Core-Prozessor, 2 GB RAM, 25 GB freier Speicherplatz. Ladet anschließend das aktuelle VirtualBox Platform Package für Windows Hosts herunter. Öffnet schließlich die heruntergeladene .exe-Datei und folgt dem Installationsassistenten.
Stellt erst einmal sicher, dass Euer Rechner die Mindestanforderungen erfüllt: 2 GHz Dual-Core-Prozessor, 2 GB RAM, 25 GB freier Speicherplatz. Ladet anschließend das aktuelle VirtualBox Platform Package für OS X Hosts herunter. Öffnet die heruntergeladene .dmg-Datei und zieht das VirtualBox-Symbol auf den Anwendungsordner. Für einen noch bequemeren Zugriff, öffnet den Anwendungsordner und verschiebt das VirtualBox-Symbol in das Andockmenü.
VirtualBox konfigurieren¶
| Anweisungen | Beschreibung |
|---|---|
| Ubuntu herunterladen | Ladet die aktuellste Ubuntu Long-Term-Support (LTS)-Version herunter. Zum Zeitpunkt der Abfassung dieses Textes war die letzte Ubuntu-LTS-Version 24.04. Nähere Informationen findet Ihr im aktuellen Veröffentlichungszyklus. |
| Eine virtuelle Maschine erstellen | Startet VirtualBox und klickt auf die Neu-Schaltfläche. |
| Name und Betriebssystem | Gebt Eurer virtuellen Maschine (VM) einen Namen, zum Beispiel Ubuntu. Wählt ebenfalls das Betriebssystem (Linux) sowie die Version aus, zum Beispiel Ubuntu (64-bit). |
| Speichergröße | Wählt aus, wie viel Arbeitsspeicher Ubuntu zugewiesen werden soll. 2 GB sind empfohlen, 3-4 GB wären noch besser. |
| Festplatte | Wählt den Eintrag Festplatte erzeugen, um eine virtuelle Festplatte hinzuzufügen. |
| Dateityp der Festplatte | Wählt VDI als Dateityp für die Festplatte. |
| Art der Speicherung | Wählt den Eintrag dynamisch alloziert, um die Größe der Festplatte festzulegen. |
| Dateiname und Größe | Gebt an, wo die virtuelle Festplatte erstellt werden soll. Weist Ubuntu genügend Speicherplatz zu, mindestens 10 GB sind empfohlen. |
| Wahl des optischen Mediums | Klickt vom Hauptbildschirm aus auf Start, um die virtuelle Ubuntu-Maschine zu starten. Klickt im erscheinenden Dialogfenster auf das Ordner-Symbol, um ein virtuelles optisches Medium auszuwählen. Ruft den Pfad auf, an dem sich die vorher heruntergeladene LTS Ubuntu .iso-Datei befindet. Klickt auf Öffnen, Auswählen und Start. |
| Booten | Wählt im Boot-Menü den Eintrag Try or Install Ubuntu und drückt die EINGABE-Taste. Nach der Boot-Phase sollte der Ubuntu-Installationsassistent erscheinen. |
Ubuntu in VirtualBox installieren¶
| Anweisungen | Beschreibung |
|---|---|
| Willkommen | Wählt eine Sprache und klickt auf Ubuntu installieren. |
| Tastaturbelegung | Wählt ein Tastaturlayout. |
| Installation von Ubuntu wird vorbereitet | Wählt zwischen einer normalen oder minimalen Installation, je nachdem, wie viele Anwendungen Ihr von Anfang an installieren möchtet. Aktiviert optional das Kontrollkästchen Während Ubuntu installiert wird Aktualisierungen herunterladen, um die Einrichtung nach der Installation zu beschleunigen, sowie das Kontrollkästchen Software von Drittanbietern installieren, um von (proprietären) Treibern für die Grafik-Karte, das WiFi, Mediendateien usw. zu profitieren. Klickt dann auf Weiter. |
| Installationsart & Verschlüsselung | Auf diesem Bildschirm könnt Ihr wählen, ob Ihr das vorhandene Betriebssystem löschen und durch Ubuntu ersetzen wollt, oder ob Ihr Ubuntu neben dem vorhandenen Betriebssystem installieren möchtet (sogenanntes "Dual-Booting"). Nachdem wir Ubuntu in VirtualBox installieren, ist kein anderes Betriebssystem vorhanden. Wählt daher einfach Festplatte löschen und Ubuntu installieren, klickt auf Erweiterte Optionen und wählt LVM bei der neuen Ubuntu-Installation verwenden sowie Die neue Ubuntu-Installation zur Sicherheit verschlüsseln. Klickt anschließend auf OK und Jetzt installieren. |
| Wählt einen Sicherheitsschlüssel | Wählt einen sicheren, individuellen Sicherheitsschlüssel. Dieser wird bei jedem Neustart Eures Computers zur Entschlüsselung der Festplatte benötigt. Aktiviert ebenfalls das Kontrollkästchen Freien Speicherplatz überschreiben, das sorgt für noch mehr Sicherheit. Klickt dann auf Jetzt installieren. Klickt auf Fortfahren, um das Pop-up-Fenster zu schließen. Vorsicht: Bei Verlust des Sicherheitsschlüssels gehen alle Daten verloren. Bewahrt ihn daher sicher auf! |
| Wo befinden Sie sich? | Wählt eine Zeitzone und einen Ort. Klickt anschließend auf Weiter. |
| Wer sind Sie? | Gebt Anmeldeinformationen an, z. B. einen Benutzernamen und ein sicheres, individuelles Passwort. Wählt Passwort zum Anmelden abfragen und klickt auf Weiter. |
| Startet den Rechner neu & meldet Euch an | Klickt nach der erfolgreichen Installation auf Jetzt neu starten. Die virtuelle Maschine wird neu gestartet. Ihr könnt Euch nun bei Eurer ersten Ubuntu-Sitzung anmelden, indem Ihr den richtigen Sicherheitsschlüssel und das richtige Passwort eingebt. |
| Ubuntu erforschen | Folgt den Einrichtungsoptionen und erforscht Ubuntu. Schließt die Sitzung, sobald Ihr fertig seid. Von nun an könnt Ihr Ubuntu starten, indem Ihr auf die Start-Schaltfläche auf dem Hauptbildschirm von VirtualBox klickt. |
Ubuntu installieren¶
Gefällt Euch Ubuntu? Bereit für den großen Sprung? Dann prüft, ob alles in Ordnung ist, und startet mit der Installation.
Ein paar Vorabprüfungen
| Vorabprüfungen | Beschreibung |
|---|---|
| Ist mein Gerät Linux-kompatibel? | • Testet Ubuntu mit einem Live-USB-Laufwerk oder mit VirtualBox • Überprüft die Kompatibilitätsdatenbank • Fragt im Internet nach |
| Erfüllt mein Gerät die Mindestanforderungen? | • 2 GHz Dual-Core-Prozessor • 4 GB Arbeitsspeicher (RAM) • 25 GB freier Festplattenspeicher (Ubuntu benötigt ca. 5 GB, seht mindestens 20 GB für Eure Daten vor) |
| Ist mein Gerät eingestöpselt? | Falls Ihr Ubuntu auf einem mobilen Gerät wie z.B. einem Laptop installiert, sollte dieses an die Stromversorgung angeschlossen sein. |
| Ist das Installationsmedium zugänglich? | Prüft, ob Euer Rechner über ein DVD-Laufwerk oder einen freien USB-Anschluss verfügt. |
| Hat das Gerät Zugriff aufs Internet? | Prüft, ob die Internetverbindung funktioniert. |
| Sind Eure Daten gesichert? | Sichert Eure Daten, da ein (geringes, aber reales) Risiko des Datenverlustes während des Installationsprozesses besteht! |
| Ist die aktuelle Ubuntu Linux-Version heruntergeladen? | Ladet die aktuellste Ubuntu Long-Term-Support (LTS)-Version herunter. Diese wird 5 Jahre lang unterstützt, einschließlich Sicherheits- und Wartungsupdates. Zum Zeitpunkt der Abfassung dieses Textes war die letzte Ubuntu-LTS-Version 24.04. Nähere Informationen findet Ihr im aktuellen Veröffentlichungszyklus. |
| Ist ein bootfähiges Medium vorbereitet? | Verwendet einen Windows, macOS oder Ubuntu Linux Rechner, um die heruntergeladene .iso-Datei auf eine DVD zu brennen. Alternativ könnt Ihr auch einen Windows, macOS oder Ubuntu Rechner verwenden, um ein bootfähiges USB-Laufwerk zu erstellen. |
Schritt-für-Schritt-Anleitung
| Anweisungen | Beschreibung |
|---|---|
| Booten | Legt die DVD oder das bootfähige USB-Laufwerk ein und startet Euren Rechner neu. Die meisten Rechner booten automatisch von der DVD oder dem USB-Laufwerk. Sollte dies nicht der Fall sein, drückt beim Hochfahren Eures Computers wiederholt auf die Tasten F12, ESC, F2 oder F10. Dadurch solltet Ihr Zugang zum Boot-Menü Eures Rechners erhalten, in dem Ihr dann die DVD bzw. das USB-Laufwerk als Boot-Laufwerk auswählen könnt. Wählt nach dem Booten von der DVD oder dem USB-Laufwerk den Eintrag Try or Install Ubuntu und drückt die EINGABE-Taste. Wartet, bis Ubuntu vom bootfähigen Laufwerk lädt, das kann eine Weile dauern. |
| Willkommen | Der Installationsassistent wird angezeigt. Wählt eine Sprache und klickt auf Ubuntu installieren. |
| Tastaturbelegung | Wählt ein Tastaturlayout. |
| Installation von Ubuntu wird vorbereitet | Wählt zwischen einer normalen oder minimalen Installation, je nachdem, wie viele Anwendungen Ihr von Anfang an installieren möchtet. Optional: • Aktiviert das Kontrollkästchen Während Ubuntu installiert wird Aktualisierungen herunterladen, um die Einrichtung nach der Installation zu beschleunigen • Aktiviert das Kontrollkästchen Software von Drittanbietern installieren, um von (proprietären) Treibern für die Grafik-Karte, das WiFi, Mediendateien usw. zu profitieren Klickt dann auf Weiter |
| Installationsart & Verschlüsselung | Hier könnt Ihr wählen: • Ob das vorhandene Betriebssystem gelöscht und durch Ubuntu ersetzt werden soll. Vorsicht: dies löscht alle Daten auf Eurer Festplatte! Stellt daher sicher, dass Ihr Eure Daten gesichert habt! • Oder ob Ubuntu parallel zum vorhandenen Betriebssystem installiert werden soll (sogenanntes "Dual-Booting"). Dies sollte keine Auswirkungen auf die bestehende Konfiguration Eures Rechners haben. Stellt trotzdem sicher, dass Ihr Eure Daten sichert, man weiß ja nie... Um Ubuntu zu verschlüsseln, klickt auf Erweiterte Optionen und wählt: • LVM bei der neuen Ubuntu-Installation verwenden • Die neue Ubuntu-Installation zur Sicherheit verschlüsseln Klickt dann auf OK und auf Jetzt installieren. |
| Wählt einen Sicherheitsschlüssel | Wählt einen sicheren, individuellen Sicherheitsschlüssel. Dieser wird bei jedem Neustart Eures Computers zur Entschlüsselung der Festplatte benötigt. Aktiviert ebenfalls das Kontrollkästchen Freien Speicherplatz überschreiben, das sorgt für noch mehr Sicherheit. Klickt dann auf Jetzt installieren. Klickt auf Fortfahren, um das Pop-up-Fenster zu schließen. Vorsicht: Bei Verlust des Sicherheitsschlüssels gehen alle Daten verloren. Bewahrt ihn daher sicher auf! |
| Wo befinden Sie sich? | Wählt eine Zeitzone und einen Ort. Klickt anschließend auf Weiter. |
| Wer sind Sie? | Gebt Anmeldeinformationen an, z. B. einen Benutzernamen und ein sicheres, individuelles Passwort. Wählt Passwort zum Anmelden abfragen und klickt auf Weiter. |
| Startet den Rechner neu & meldet Euch an | Das war's. Wartet, bis die Installation abgeschlossen ist, entfernt den USB-Stick und klickt auf Jetzt neu starten, sobald Ihr dazu aufgefordert werdet. Meldet Euch nach dem Neustart bei Ubuntu mit Eurem Sicherheitsschlüssel und Passwort an. |
GNOME Desktop¶
Der GNOME-Desktop startet, nachdem Ihr Euch angemeldet habt. Von hier aus könnt Ihr schnell auf die wichtigsten Funktionen zugreifen. Die obere Leiste enthält die Schaltfläche Aktivitäten zur Fensterverwaltung, Arbeitsflächenorganisation sowie zur Suche nach Apps und Dateien. Uhrzeit, Datum und Termine sind ebenfalls sichtbar. Systemeinstellungen wie Lautstärke, Bildschirmhelligkeit und Netzwerkverbindungen lassen sich von der Menüleiste aus leicht anpassen. Ihr könnt ebenfalls die Anzeige des Batteriestands über Einstellungen ‣ Energie ‣ Taste für Bereitschaft und Ausschalten einblenden.
Standardmäßig erscheint das Dock auf der linken Seite des Desktops. Von dort aus könnt Ihr schnell auf angepinnte Apps zugreifen. Um eine App anzupinnen, klickt man mit der rechten Maustaste auf das Symbol und wählt Zu Favoriten hinzufügen. Laufende Apps erscheinen im unteren Bereich. Eingehängte Laufwerke und der Papierkorb sind ebenfalls über das Dock erreichbar. Unter Einstellungen ‣ Darstellung ‣ Dock könnt Ihr die Größe des Docks ändern, es verschieben oder Symbole ausblenden. Aktiviert die Funktion Minimieren per Mausklick mit folgendem Befehl, um Fenster durch Klicken auf das App-Symbol zu minimieren oder wiederherzustellen: gsettings set org.gnome.shell.extensions.dash-to-dock click-action 'minimize'.
Die App-Schublade bietet Zugriff auf alle installierten Apps. Klickt dazu unten links auf das Neun-Punkte-Symbol. Alternativ könnt Ihr auch zweimal nacheinander mit drei Fingern auf dem Touchpad nach oben wischen. Nun könnt Ihr mit der Maus oder mit einer seitlichen Zwei-Finger-Wischbewegung auf dem Touchpad durch Eure Apps blättern. App-Symbole lassen sich per Drag & Drop neu anordnen.
Öffnet Einstellungen ‣ Darstellung, um Fensterstil, Farben, Symbole und die Dateiorganisation anzupassen. Unter Einstellungen ‣ Multitasking lassen sich die sogenannten funktionalen Ecken aktivieren, Fenster über aktive Bildschirmkanten vergrößern oder Arbeitsflächen verwalten. Bildschirmfotos lassen sich mittels DRUCK-Taste aufnehmen. Die Bedienbarkeit lässt sich über Einstellungen ‣ Barrierefreiheit ‣ Sehen weiter anpassen.
Das Terminal ist die Schnittstelle zur Ausführung von textbasierten Befehlen. Es ist auch als Shell, Konsole, Befehlszeile oder Eingabeaufforderung bekannt. Neue BenutzerInnen meiden das Terminal oft, da sie es mit kompliziertem Programmieren verbinden. Doch es ist einfacher, als es scheint. Öffnet das Terminal mit der Tastenkombination STRG + ALT + T oder klickt auf die Schaltfläche Aktivitäten und sucht nach Terminal. Hier noch etwas Lesestoff, um ein Terminal-Ninja zu werden: Terminal-Befehle #1, Terminal-Befehle #2, Terminal-Befehle #3, Ubuntu Befehle, Buch zur Kommandozeile.
Snap ersetzen¶
Seit Ubuntu 20.04 ersetzt Snap das traditionelle Software-Center. Snap ist eine Technologie, die Anwendungen gebündelt in einer einzigen Datei bereitstellt. Bevorzugt Ihr das GNOME Software-Center? Dann folgt den untenstehenden Anweisungen, um zurückzuwechseln.
Snap aus Ubuntu entfernen
Öffnet das Terminal mit der Tastenkombination STRG + ALT + T, oder klickt in der oberen Menüleiste auf Aktivitäten und sucht nach dem Eintrag Terminal. Führt dann folgende Befehle aus, um Snap-Dienste zu stoppen:
sudo systemctl disable snapd.service
sudo systemctl disable snapd.socket
sudo systemctl disable snapd.seeded.service
Listet alle Snap-Pakete auf, die auf Eurem Rechner installiert sind:
snap list
Das Ergebnis sollte in etwa folgendermaßen aussehen:
Name Version Rev Tracking Publisher Notes
bare 1.0 5 latest/stable canonical base
core20 20220318 1405 latest/stable canonical base
firefox 99.0.1-1 1232 latest/stable/... mozilla -
gnome-3-38-2004 0#git.1f9014a 99 latest/stable/... canonical -
gtk-common-themes 0.1-79-ga83e90c 1534 latest/stable/... canonical -
snap-store 41.3-59-gf884f48 575 latest/stable/... canonical -
snapd 2.54.4 15177 latest/stable canonical snapd
snapd-desktop-integration 0.1 10 latest/stable/... canonical -
Entfernt dann jedes Snap-Paket wie folgt:
sudo snap remove --purge firefox
sudo snap remove --purge snap-store
sudo snap remove --purge gtk-common-themes
sudo snap remove --purge gnome-3-38-2004
sudo snap remove --purge snapd-desktop-integration
sudo snap remove --purge core20
sudo snap remove --purge bare
Löscht mögliche Restdateien:
sudo rm -rf /var/cache/snapd/
sudo rm -rf ~/snap
Entfernt Snap vollständig aus Ubuntu 24.04 LTS:
sudo apt autoremove --purge snapd
Wenn Ihr verhindern wollt, dass Ubuntu in Zukunft Snap-Pakete installiert, könnt Ihr eine Konfigurationsdatei öffnen:
sudo gedit /etc/apt/preferences.d/nosnap.pref
Fügt dann folgende Zeilen hinzu und speichert die Datei:
# This file prevents snapd from being installed by apt
Package: snapd
Pin: release a=*
Pin-Priority: -10
Das GNOME Software Center in Ubuntu installieren
Führt den folgenden Befehl aus, um das GNOME Software Center zu installieren:
sudo apt update
sudo apt install gnome-software
Firefox ohne Snap in Ubuntu installieren
Nach dem Entfernen von Snap kann die Ausführung des Befehls sudo apt install firefox die Fehlermeldung firefox : PreDepends: snapd but it is not installable zurückgeben. Um Firefox dennoch neu zu installieren, öffnet eine Konfigurationsdatei:
sudo gedit /etc/apt/preferences.d/firefox-nosnap.pref
Fügt dann folgende Zeilen hinzu und speichert die Datei:
# This file enables re-installing Firefox after removing snapd
Package: firefox*
Pin: release o=Ubuntu*
Pin-Priority: -1
Fügt die Mozilla-Team-Paketquellen hinzu:
sudo add-apt-repository ppa:mozillateam/ppa
sudo apt update
Installiert schließlich Firefox:
sudo apt install firefox
Snap- und Flatpak-Pakete im GNOME Software Center unterstützen
Stellt zunächst sicher, dass Ihr Ubuntu nicht daran hindert, Snap-Pakete zu installieren. Wenn Ihr in einem der vorherigen Schritte die Datei /etc/apt/preferences.d/nosnap.pref erstellt habt, entfernt diese wieder:
sudo rm /etc/apt/preferences.d/nosnap.pref
Soll das GNOME Software Center auch Snap- und Flatpak-Pakete unterstützen, führt folgende Befehle aus:
sudo apt install gnome-software-plugin-snap
sudo apt install gnome-software-plugin-flatpak
Datenschutzeinstellungen¶
Unter Einstellungen ‣ Datenschutz könnt Ihr Datenschutzeinstellungen anpassen. Deaktiviert die Konnektivitätsprüfung, um Datenüberwachung zu unterbinden. Verhindert, dass Anwendungen auf Euren Standort zugreifen. Schaltet Thunderbolt aus, wenn Ihr keine externen Geräte wie Docks oder Grafikkarten nutzt. Deaktiviert die Dateichronik und lasst Papierkorbinhalt sowie temporäre Dateien automatisch löschen. Aktiviert die automatische Bildschirmsperre, um unbefugten Zugriff zu verhindern. Deaktiviert die Fehlerdiagnose, damit keine Berichte an Canonical gesendet werden.
Tweaks & Extensions¶
Ubuntu und der GNOME-Desktop sind anpassungsfähig. Ihr könnt Hintergrundbilder, Benachrichtigungen, Themen, Farben, Energieprofile und vieles mehr verändern. GNOME Tweaks erweitert die Anpassungsmöglichkeiten, zum Beispiel für Sperrbildschirm-Hintergründe, Fenster-Steuerungsschaltflächen, Startanwendungen und mehr. GNOME Extensions bieten zusätzliche Funktionen wie Wetteranzeigen, Netzwerkgeschwindigkeitsüberwachung, oder Desktop-Tiling.
Schritt-für-Schritt-Anleitung
Um GNOME Tweaks & GNOME Extensions zu installieren, öffnet das Terminal mit der Tastenkombination STRG + ALT + T, oder klickt in der oberen Menüleiste auf Aktivitäten und sucht nach dem Eintrag Terminal. Führt dann folgende Befehle aus:
sudo apt install gnome-tweaks
sudo apt install gnome-shell-extension-manager
Alternativ könnt Ihr auch auf Aktivitäten in der oberen Menüleiste klicken und nach dem Eintrag Software suchen. Sucht anschließend nach Gnome Tweaks sowie Extension Manager und klickt auf Installieren.
Fehlerberichte¶
Apport, Ubuntus Fehlermeldesystem, erfasst Programmabstürze und sendet automatisch Fehlerberichte. Schaltet es aus Datenschutzgründen lieber ab.
Schritt-für-Schritt-Anleitung
Öffnet das Terminal mit der Tastenkombination STRG + ALT + T, oder klickt in der oberen Menüleiste auf Aktivitäten und sucht nach dem Eintrag Terminal. Führt dann folgende Befehle aus, um die Fehlerberichtsfunktion vollständig zu entfernen:
sudo rm /etc/cron.daily/apport
sudo apt purge apport
Wollt Ihr hingegen lediglich den automatischen Fehlerbericht deaktivieren, ohne die Funktionalität komplett zu entfernen, müsst Ihr das Terminal aufrufen und den Befehl sudo service apport stop eingeben. Öffnen anschließend die Konfigurationsdatei mit dem Befehl sudo gedit /etc/default/apport und setzt den Wert enabled auf Null, d.h. enabled=0.
Codecs¶
Codecs legen fest, wie Euer Rechner Video- oder Audiodateien abspielt. Einige Linux-Distributionen enthalten aus rechtlichen oder ethischen Gründen nicht alle Multimedia-Codecs. Um bestimmte Dateiformate abzuspielen, müsst Ihr möglicherweise zusätzliche Codecs installieren. Untenstehend findet Ihr eine ausführliche Anleitung.
Schritt-für-Schritt-Anleitung
Öffnet das Terminal mit der Tastenkombination STRG + ALT + T, oder klickt in der oberen Menüleiste auf Aktivitäten und sucht nach dem Eintrag Terminal. Führt die folgenden Befehle aus, um Euer Multimedia-Erlebnis in vollen Zügen zu genießen:
sudo add-apt-repository "deb http://archive.canonical.com/ubuntu $(lsb_release -cs) partner"
sudo apt update
sudo apt install ubuntu-restricted-extras
Grafiktreiber¶
Die meisten Linux-Distributionen enthalten bereits quelloffene Grafiktreiber. Sie eignen sich für den normalen Gebrauch, unterstützen aber oft keine Spiele. Um proprietäre Grafiktreiber zu installieren, klickt auf Aktivitäten und gebt Zusätzliche Treiber ein. Wählt den passenden Treiber, meist die Standardoption, und startet das System neu.
Software aktualisieren¶
Führt regelmäßig Software-Updates durch und installiert die neuesten Sicherheitsupdates, Fehlerbehebungen und Programmaktualisierungen. Untenstehend findet Ihr eine ausführliche Anleitung, um Ubuntu über die Kommandozeile zu aktualisieren.
Schritt-für-Schritt-Anleitung
Öffnet das Terminal mit der Tastenkombination STRG + ALT + T, oder klickt in der oberen Menüleiste auf Aktivitäten und sucht nach dem Eintrag Terminal. Führt anschließend den folgenden Befehl aus:
sudo apt update && sudo apt upgrade -y
Der erste Teil des Befehls sudo apt update prüft, ob neue Programmversionen verfügbar sind. Der zweite Teil des Befehls sudo apt upgrade installiert die neuesten Updates. Das -y am Ende des Befehls gestattet die Installation neuer Pakete.
Falls Ihr ohne Terminal arbeiten möchtet, könnt Ihr in der oberen Menüleiste auf Aktivitäten klicken und nach dem Software-Updater suchen. Dieser prüft, ob Aktualisierungen bereitstehen und schlägt vor, diese zu installieren.
Sobald das System auf den neuesten Stand gebracht wurde, könnt Ihr mit den folgenden Terminalbefehlen das System bereinigen und unnötige Pakete entfernen:
sudo apt autoremove
sudo apt autoclean
sudo apt clean
Releasewechsel¶
Plant Ihr, Ubuntu von einer Version auf die nächste zu aktualisieren? Zum Beispiel von Ubuntu 22.04 LTS auf 24.04 LTS oder von 24.04 LTS auf 24.10 non-LTS? Untenstehend findet Ihr eine Anleitung zum Upgrade-Prozess.
Schritt-für-Schritt-Anleitung
Beginnt damit Eure Daten zu sichern. Öffnet anschließend das Terminal mit der Tastenkombination STRG + ALT + T, oder klickt in der oberen Menüleiste auf Aktivitäten und sucht nach dem Eintrag Terminal. Spielt alle Programmaktualisierungen auf, wie im vorherigen Abschnitt beschrieben:
sudo apt update && sudo apt upgrade -y
Ruft die aktuell installierte Ubuntu-Version ab:
lsb_release -a
Erlaubt Ubuntu-Releasewechsel:
sudo gedit /etc/update-manager/release-upgrades
Setzt hierzu den Eintrag auf Prompt=normal, falls Ihr alle Releasewechsel zulassen möchtet, oder auf Prompt=lts, falls Ihr nur LTS-Releasewechsel zulassen wollt.
Startet Euren Rechner neu. Führt schließlich den Ubuntu-Releasewechsel durch:
sudo do-release-upgrade -d -f DistUpgradeViewGtk3
Folgt dem Upgrade-Assistenten. Etwas Geduld ist gefragt, denn das Upgrade kann eine Weile dauern. Vergewissert Euch, dass Euer Gerät eingesteckt ist, und macht Euch eine frische Kanne Kaffee! Sobald das Upgrade abgeschlossen ist, startet der Rechner neu und Ihr könnt Euch anmelden. Beachtet, dass die Software von Drittanbietern während des Releasewechsels deaktiviert wurde und erneut freigegeben werden muss. Vergewissert Euch abschließend, dass das Upgrade erfolgreich war, indem Ihr die Ubuntu-Version in der Kommandozeile abruft:
lsb_release -a
Unterstützung¶
Weitere Einzelheiten findet Ihr in Ubuntus Dokumentation, Tutorials, Wiki oder Gemeinschaft.